Schattendasein in Liechtenstein

von Livia Pratter

Menschen verlassen ihr Heimatland und lassen alles hinter sich mit dem Wissen, dass sie ihre Familien und ihr Zuhause jahrelang nicht mehr sehen werden. Was bleibt ist die Erinnerung und vielleicht eine kleine Kostbarkeit von großer Bedeutung die Flüchtlinge in ihre ungewisse Zukunft mitnehmen.

Zu jeder Kostbarkeit gibt es interessante Geschichten die Livia Pratter auf einem somalischen Hochzeitsfest im Flüchtlingsheim in Vaduz erfährt. Es wird versucht eine Verbindung zwischen der versteckten Seite der Menschen die im Heimatland zurückgeblieben scheint und nicht jeder kennt und dem wenig beachteten Leben das sie in Liechtenstein führen herzustellen. Dargestellt werden die Geschichten und Kostbarkeiten in Form einer Fotoreportage.

 

Eine Antwort zu “Schattendasein in Liechtenstein

  1. Andreas Nägele

    Die wunderschönen Photos und die Zeilen der Autorin zeigen mir, wie gegenseitig bereichernd der Kontakt verschiedener Kulturen ist. Wie Frau Pratter schreibt, ist dieser Kontakt für viele Liechtensteiner etwas neues und damit beängstigendes.
    Immer mehr Menschen trauen sich, bald nach der Ankunft der Eritreer und Somalier eine Gruppe von Schülern des Gymnasiums unter ihrem Lehrer Peter Memmel, mit diesen Kontakt aufzunehmen. Die Schüler berichten in einer ersten eindrücklichen Broschüre ihre Ängste und Vorurteile, die in unmittelbarer Begegnung mit den Menschen aus Somalia und Eritrea zusammenbrechen. Das hat die „Mittelalten und Alten“ offensichtlich veranlasst, sich mit der Situation der Flüchtlinge in Liechtenstein und der staatlichen Umgangsweisen mit ihnen zu befassen. Durch mutige Vorgehensweise einiger weniger Juristen gelangte einiges vor den StGH und VGH. Die „Kooperations – und Juristenrunde“ mit Vertretern der Kirche und vieler anderer Gruppierungen wurde ins Leben gerufen. Mittlerweile entstand bald danach die Facebook Gruppe und unter der Führung von Benefactum MUMAS.
    Auch Amnesty International im Fürstentum Liechtenstein (AI im FL) ist zuversichtlich, möglichst gemeinsam mit liechtensteinischen Ämtern und der Regierung, immer mehr die Vorgaben zum Völkerrecht in unserem Land nicht nur theoretisch und in politischen Sonntagsreden sondern auch praktisch umgesetzt zu wissen. Dies in Zusammenarbeit mit unserem sehr engagierten Auswärtigen Amt und seinen Botschaften als auch mit dem UNHCR und anderen internationalen Gremien Europas und der UNO. So kann eine menschenrechtskonforme Umgangsweise entstehen, auf die jeder Bewohner unseres Landes und somit auch unsere Flüchtlinge, Anspruch hat. Wir dürfen daher alle zuversichtlich sein, dass immer mehr Menschen, statt zunehmend ängstlich und ablehnend, immer mutiger und kontaktfreudiger werden . Somit kann ein Liechtenstein entstehen, bunter, sehr viel lebenswerter und menschlicher, gerade für unsere jungen Bewohner, die sonst laut eines alt – ehrwürdigen Liechtensteiner Lehrers „scharenweise auf Grund der Enge und der Engstirnigkeit das Land verlassen“. Das wäre schade und welches Land kann und will sich das auf Dauer leisten???
    Dr. med. Andreas Nägele
    Facharzt