Auf Laufpfaden

Ems bewegt sich

Ein Ort, eine Leidenschaft und viele Details

Die experimentelle Fotoreportage von Denis Anhölcher erkundet die Laufpfade in Hohenems und nähert sich ihren Benützern, den Läufern. Einerseits bieten die Fotos eine konzentrierte Betrachtung der Umgebung, die so unterschiedlich ist wie die Läufer, andererseits verfolgt die fotografische Serie die Leidenschaft des Laufens aus persönlichem Erleben heraus. Die Erkundung der Laufpfade widmet sich vor allem jenen Details, die dem laufenden Betrachter wichtig erscheinen.

Der Ort Hohenems, eingebettet in das Vorarlberger Rheintal, besitzt eine reiche Natur mit vielen Feinheiten und versteckten Ecken. Urbanität bleibt hier überschaubar und ländlich. Mit Interesse und Offenheit sucht der Blick nach Auffälligkeiten und findet eine Idee: Durch die Perspektive eines Läufers die pittoreske Kleinstadt neu entdecken. Die Geschwindigkeit arbeitet als wichtiges gestalterisches Mittel da die Fotos im Laufen aufgenommen werden. Dabei entsteht eine lebhafte, tatsächlich bewegte Bilderreise die eine andere Wahrnehmung erzählt. Die Herausforderung steht nicht still. Das Halten der Kamera, das konstante Schritttempo und den Blick für Details nicht zu verlieren braucht Übung und Ausdauer. Der Weg ist das Ziel und das Ziel wird vielschichtig.  Asphalt und Kies, vorbei an Verkehr oder Wald, das Gesehene ändert sich mit jedem Schritt. Das Scharfstellen verlangt eine sekundenschnelle Selektion: Welche Details erregen Aufmerksamkeit? Wohin verlagert sich die Bedeutsamkeit? Mit jedem gelaufenen Meter intensiviert sich die Konzentration und verfeinert sich die Auswahl. So wird die äußere Annäherung eine persönliche Entdeckungsreise des Reporters, auf den Laufpfaden von Hohenems. Die Fotoreportage spricht den Läufer in uns an und fordert zugleich auf, sich selbst auf Entdeckungsreise zu begeben. Ihr Wesen ist neben der Erzählung auch ein vorgelebter Ansporn zum Laufen und zum Entdecken.

Magazin Experiment21 – Auf Laufpfaden (PDF)
Eine Reportage von Denis Anhölcher

23. März 2010 | Kommentarbereich geschlossen